Ziergeflügel

Seit 2004 haben wir die Sparte Ziergeflügel

Ziergeflügel bezeichnet Geflügel, das nicht als Nutztiere, sondern als Blickfang in Parks, Volieren oder privaten Sammlungen gehalten wird.

Definition und Zweck:

Ziergeflügel umfasst Geflügelarten, die nicht für Fleisch, Eier oder andere wirtschaftliche Zwecke gezüchtet werden, sondern wegen ihrer Schönheit, Farbenpracht oder besonderen Erscheinung gehalten werden. Dazu gehören Hühnerartige (z. B. Fasanen, Wachteln), Taubenarten und Wassergeflügel wie Enten und Schwäne  Der Fokus liegt auf Arterhalt, Pflege und Präsentation, nicht auf züchterischer Perfektion oder Leistungsmerkmalen..

Geschichte:

Die Haltung von Ziergeflügel begann im 17. Jahrhundert in Schlossgärten der Aristokratie, zunächst als Parkgeflügel oder Wildgeflügel für die Jagd. Pfauen wurden als Statussymbol gehalten, um zu zeigen, dass man Geflügel ohne Nutzenwert besitzen konnte.

Später verbreitete sich die Haltung auch in botanischen Gärten, Zoos und bei Hobbyhaltern, die Mutationen und Farbvarianten züchteten, wie z. B. weiße oder gescheckte Pfauen, Lutino-Fasane oder farblich abweichende Mandarinenten 

Arten und Pflege:

Ziergeflügel wird nach Arten, nicht nach Rassen, unterschieden. Die Züchter achten auf Arterhalt, Vitalität und Pflegezustand der Tiere. Typische Gruppen sind:

  • Hühnerartige: Fasanen, Hokkos, Perlhühner, Raufußhühner, Wachteln

  • Taubenarten: Genter Kröpfer, Pfautauben, Orientalische Mövchen

  • Wasserziergeflügel: Schwäne, Entenarten wie Mandarinente oder Rotschulterente 

Die Tiere werden in naturnahen Volieren gehalten, die ihrem Sozialverhalten und Lebensraum entsprechen, um artgerechte Haltung und Zucht zu gewährleisten 

Bedeutung heute:

Ziergeflügel dient heute nicht nur der ästhetischen Bereicherung von Parks und Zoos, sondern auch dem Artenschutz. Durch Zuchtprogramme werden seltene Arten erhalten, und die genetische Vielfalt wird bewahrt. Einige ehemals gehaltene Arten, wie die Nilgans oder Mandarinente, haben sich in Europa als Neozoen etabliert 

Ziergeflügel ist somit eine Kombination aus ästhetischem Genuss, Hobbyzucht und Artenschutz, die sich von der klassischen Nutz- oder Rassegeflügelhaltung deutlich unterscheidet.